Die Geschichte von Hummel, mein (bisher) optisch eindrucksvollster Fall

Der (bisher) optisch eindrucksvollste Fall: Norwegerstute Hummel, geboren im Jahr 1996

Im Spätsommer des Jahres 2016 wurde ich von einer verzweifelten Pferdebesitzerin um Hilfe gebeten. Es ging um eine Stute, die auf alles (Beifuß, Gräser, Schimmelpilze, Hausstaubmilben, Futtermilben, Penicillin, Weizen, Flöhe, Latex, Parfümstoffe auch in Cremes, Tinkturen, Salben, etc.) hochgradig allergisch war und sich komplett blutig kratze, bis das Blut tropfte. Dies hat 8-jährig angefangen (also vor vielen Jahren!!!), ist immer schlimmer im Sommer geworden, bis es irgendwann im Winter auch so war.


Die Besitzerin hat alles Mögliche unternommen, um der Stute Linderung zu verschaffen. Leider ohne Erfolg.

Alle Medikamente der Tierärzte blieben erfolglos, selbst darauf reagierte die Stute wieder allergisch mit schlimmem Juckreiz. Selbst Kortisongaben waren nur von kurzem Erfolg (hielt nicht länger als eine Woche). Bioresonanz, Phytotherapie, Homöopathie, Antiallergikum, alles erfolglos. Auch diverse Futterumstellungen und Stallwechsel blieben ohne Erfolg. Außerdem hatte sie eine sehr schlechte Hufqualität, die Hufe waren seit Jahren komplett ausgebrochen und viel zu kurz, da das Hufwachstum stark eingeschränkt war.
Leider kam im Jahr 2010 noch schwere Arthrose in der Hüfte dazu. Die Besitzerin war verzweifelt und war kurz davor, die Stute von ihren Leiden zu erlösen, griff aber „zum letzten Strohhalm“ und rief mich an.


Meinen ersten Besuch bei der Stute werde ich nie vergessen: vor mir stand ein Häufchen Elend. Eine blutende, sich scheuernde, traurige Stute mit matten Augen und trübem Blick, keine Motivation und keinerlei Lebensfreude. Ich sagte der Besitzerin, es könnte ein langer Weg werden, aber ich würde mein Bestes geben, um ihr zu helfen.
3 Tage nach der Erstbehandlung erreichten mich Fotos von der Stute: es war eine klare Besserung zu sehen, keine neuen, blutigen Stellen, die Wunden waren geschlossen. Kein Juckreiz mehr. Nach einer Woche kam ich zur Folgebehandlung und traute meinen Augen kaum: es wuchsen schon neue Haare auf den ehemaligen Wunden.
So ging es weiter und weiter. Die Stute war immer schmerz- und symptomfrei, sprang und galoppierte freudig über die Wiese, die Hufe wuchsen nach und auch von der Arthrose war nichts mehr zu merken. Die Besitzerin begann sogar wieder, ihre geliebte Stute zu reiten.

Ich bin unglaublich stolz über diese tolle Entwicklung, die sich beide, Stute und die fürsorgliche Besitzerin, mehr als verdient hatten.

Am 17.09.2019 hat sich diese liebevolle Stute auf den Weg über die Regenbogenbrücke gemacht.
Ihr Tod kam ganz plötzlich und unerwartet. Ihre Besitzerin durfte sie beim Antritt ihrer letzten Reise begleiten, ich bekam auch sofort Bescheid. Es war sehr emotional aber wir behalten „unsere“ Hummel in bester, liebevoller Erinnerung. Als Dank für die symptomfreien, gesunden letzten Jahre der Stute habe ich tolle Erinnerungsstücke der Besitzerin bekommen, die einen ganz besonderen Platz bei mir eingenommen haben. So, wie Hummel für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben wird.


Ich bin sehr dankbar, diese Stute kennengelernt zu haben und ihr so gut geholfen zu haben.

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