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TCM – Fallbeispiel 1

Text: Sabine K. aus Bocholt

Begonnen hat es Anfang Juli 2019. Einen Tag, nachdem ich meine 18jährige Stute Sanny auf dem Reitplatz gearbeitet habe, hatte sie am linken Hinterbein das Fesselgelenk angeschwollen. Die Schwellung war nicht heiß, aber sehr groß und hart. Ich habe versucht, es mit kalten Güssen zum Abschwellen zu bringen, leider ohne Erfolg. Eine Untersuchung Ende Juli mit Röntgendiagnostik und Ultraschall hatte dann ergeben, dass es sich dort um einen sehr großen Erguss handelte. Es folgte eine alternative Behandlung mit Tonerde zum Kühlen und zweimaligem Ansetzen von Blutegeln. Leider wieder ohne Erfolg. Mittlerweile hatten sich zwei Schwellungen rechts und links oberhalb des Fesselgelenkes gebildet, jeweils etwa so groß wie Tischtennisbälle. Da wir keine Besserung erzielten, fuhren wir Mitte Oktober zur Tierklinik Karthaus nach Dülmen, zu Dr. Hollerrieder, zur weiteren Diagnosestellung. Das Ergebnis war, dass der Fesselträger massiv entzündet war und sich deshalb der Erguss gebildet hatte. Es ergaben sich dann zwei Alternativen: Operation ohne wirklich positive Heilungschancen oder in Rente schicken. Da wir direkt danach durch Zufall erfahren hatten, dass Sanny nicht 18 Jahre, sondern 26 Jahre alt war, haben wir uns dann gegen eine Operation entschieden. Aber mit dem Gedanken, sie in Rente gehen zu lassen, wollten wir uns auch nicht abfinden.

Da kam dann Nadine Kruse und mit ihr Akupunktur und TCM ins Spiel. Sie kannte Sanny von voherigen osteopathischen Behandlungen. Nadine bot uns an, die Behandlung mit Laserakupunktur zu versuchen. Natürlich konnte auch sie uns keine Heilung zusichern oder garantieren, bzw. wussten wir auch nicht, wie lange sich diese Behandlung dann hinziehen würde. Trotz der entstehenden Kosten haben wir uns dazu entschlossen, es zu probieren. Nadine hat dann direkt mit der Behandlung gestartet, also Mitte Oktober und dann in kurzen Abständen. Ich glaube, Sanny hat gespürt, dass ihr diese Behandlung gut tut, sie war während dessen ruhig und entspannt. Es hat einige Wochen gedauert, aber irgendwann konnte man sehen und auch fühlen, dass die beiden Knoten kleiner und auch weicher wurden. Dann war dann nur noch eine Seite geschwollen. Es wurde wirklich besser!

Ende Januar habe ich dann angefangen, sie vorsichtig auf dem Platz zu arbeiten und dann ab Anfang Februar habe ich sie wieder geritten, allerdings vorsichtig und langsam. Die Behandlung lief weiter und wir haben dann die Abstände nach und nach verlängert. Der noch verbliebene Knoten wurde immer kleiner und weicher. Die Arbeit mit Sanny habe ich kontinuierlich ausgedehnt und auch intensiviert. Im Sommer konnten wir an ihrem entspannten Gangbild erkennen, dass sie nahezu schmerzfrei war. Der Knoten war zwar noch zu erkennen, aber ziemlich flach und schön weich. Auch längere Arbeit und entspannte Ausritte ins Gelände waren für uns wieder möglich.

Mein Fazit: wenn die Schulmedizin aufhört, ist es noch lange nicht zu Ende. Alternative Methoden können die letzte Rettung sein. Ich würde immer wieder diese Behandlung probieren.

Erschienen im horseman-magazin.de, Dezember 2020, S. 66

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